Die Allianzversicherung der Fa. Gungl wird in keiner Weise gehindert, weiterhin, so wie bisher, die durch die EWS-Bohrungen entstandenen Schäden im Nörlichen Hebungsgebiet durch Sachverständige zu ermitteln (und zu entschädigen). Denn die Allianz steht in der, von ihr anerkannten Pflicht, den Versicherungs-Betrag von 5 Millionen € (plus 1 Million € verschuldensunabhängiger Leistung) zu verteilen. Wenn die Allianz dafür die Kausalität der fehlerhaften EWS-Bohrungen anerkennt, bedarf es doch keiner weiteren Gutachten für den Prozess Nachbar gegen Nachbarin. Die Merkantilen Minderwerte der beschägten Grundstücke wird die Allianz ohnehin nicht erstatten.

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  Es liegt das Gutachten des Landesamts für Geologie ... (LGRB) vom 22.12.2015 vor: Danach ist wissenschaftlich erwiesen "eine eindeutige Koinzidenz zwischen der Ausführung der Bohrungen und dem Beginn der ersten Hebungen". Die Zeit-/Geländeveränderungsdiagramme ergaben, "dass die Hebungen im Nahbereich um die Bohrungen unmittelbar (wenige Tage/Wochen) nach deren Erstellung aufgetreten sind". Das hierfür verantwortliche "Gipskeuperquellen" "wurde durch eine absteigende Wasserzufuhr über undichte Ringräume der beiden Erdwärmesonden ... verursacht. Eine andere Kausalität ... kann ausgeschlossen werden. Diese Einschätzung wird auch dadurch untermauert, dass die Hebungsprozesse nach Einleiten der schadensbegrenzenden Maßnahme, nämlich die nachträgliche Injektion der Ringräume, nachweislich abklingen". Das LGRB stellt abschließend fest, "dass in beiden EWS keine hydraulisch wirksame Ringraumabdichtung vorhanden war".

   Die Ankündigung des Allianz-Anwalts vor dem Landgericht, die Allianz werde schneller als das vom Kläger erstrebte rechtskräftige Gerichtsurteil die Schäden ermitteln und dann quotenmäßig entschädigen, wird nicht richtig sein. Denn der Anwalt hatte auch erwähnt, dass der Bauträger der "Röwitsch-Bauten" an der Stuttgarter Straße bei der Allianz einen Merkantilen Minderwert in Millionenhöhe angemeldet hat und dass auch der Landkreis BB auf Weisung des Umweltministeriums Schadensersatz in mehrfacher Millionenhöhe für die Polizeimaßnahmen (Bohrlochsanierungen) von der Allianz verlangt.

   Man kann also nach wie vor nur an das Land, das die EWS-Bohrungen gewünscht, propagiert, gefördert, aber nicht ausreichend geprüft und überwacht hatte, appellieren, gegen Abtretung der Schadenersatzansprüche den Geschädigten zu helfen. Oder - man verklagt seinen Nachbarn. Wer tut das freiwillig? 

Mit freundlichen Grüßen Fritz Ott Kniebisstraße 29, 71032 Böblingen